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Das kleine Dorf Gummern blickt auf eine faszinierende Geschichte zurück, die eng mit seiner geografischen Lage und der Entwicklung des ehemaligen Gutshofes verbunden ist. Gummern wurde erstmals 1360 unter dem Namen „Gummeren“ urkundlich erwähnt und ist geprägt von landwirtschaftlicher Tradition, adeligen Einflüssen und der unmittelbaren Nähe zur ehemaligen innerdeutschen Grenze.
Gummern war über Jahrhunderte hinweg ein typisches Bauerndorf, in dem die Landwirtschaft das zentrale Element des Lebens darstellte. Die Dorfbewohner waren in verschiedene soziale Schichten unterteilt, darunter Ackerleute, Kossäten (kleinere Landbesitzer) und Brinksitzer (Besitzer kleinerer Höfe), die gemeinsam das dörfliche Leben prägten. Gummern ist als einzeiliges Marschhufendorf angelegt worden, was typisch für die Region ist. Diese Siedlungsform ermöglicht eine effiziente Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen in der durch Hochwasser geprägten Elbaue. Besonders hervorzuheben ist der ehemalige Gutshof Gummern, der ursprünglich zum Rittergut Gartow des Johanniterordens gehörte. Die soziale Struktur Gummerns war eng mit dem Gut verknüpft. Viele Dorfbewohner arbeiteten als Pächter, Tagelöhner oder in der Verwaltung des Hofes. Im 15. Jahrhundert ging das Gut von der Familie von der Schulenburg auf die Familie von Bülow zu Gartow über, bevor es schließlich in den Besitz der Familie von Bernstorff gelangte. Das Gut blieb bis ins 20. Jahrhundert ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für das Dorf.
Bis 1719 gehörte Gummern zur Altmark und damit zur Mark Brandenburg, bevor es durch eine Gebietsabtretung an das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg überging. Während der Pestepidemie im 17. Jahrhundert wurde das Dorf schwer getroffen. Viele Höfe standen vorübergehend leer, und die wirtschaftliche Stabilität des Dorfes war gefährdet. Dennoch gelang es Gummern, sich zu erholen und seine landwirtschaftliche Produktion wieder aufzunehmen. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts umfasste die Gemarkung des Dorfes etwa 400 Hektar, wovon der größte Teil landwirtschaftlich genutzt wurde. Ein wichtiger Bestandteil der Dorfgemeinschaft war die Bockwindmühle von Gummern, die im Jahr 1726 errichtet wurde. Sie diente über zwei Jahrhunderte hinweg als zentrale Anlaufstelle für die Bauern des Dorfes, um ihr Getreide zu mahlen. Die Mühle wurde 1945 abgerissen. Sie stand zu diesem Zeitpunkt auf dem Gebiet der sogenannten Ostzone.
Gummern lag bis zur deutschen Wiedervereinigung unmittelbar an der ehemaligen innerdeutschen Grenze und war damit Schauplatz von Trennung, Wachtürmen und Grenzsicherungsanlagen. Die damalige Situation kann eindrücklich an der Gedenkstätte des ehemaligen Nachbardorfes Stresow, nur wenige hundert Meter von Gummern entfernt, nachvollzogen werden. Heute ist Gummern ein ruhiges Dorf mit rund 30 Einwohnerinnen und Einwohnern, das seinen ländlichen Charakter bewahrt hat. Viele der historischen Bauernhöfe wurden modernisiert oder umgestaltet.
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