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Weitere Informationen gibt es beim Amt Lenzen, dem Betreiber der Fähre.

Historie

Der Zoll in Schnackenburg

Zollboote bei Schnackenburg 1950er Jahre (Quelle: Wendland-Archiv)
Während der deutschen Teilung

Während der deutschen Teilung spielte der Zoll in Schnackenburg eine zentrale Rolle. Die Stadt lag direkt an der innerdeutschen Grenze und war im Zonenrandgebiet strategisch bedeutsam. Der Zoll übernahm dort nicht nur die klassischen Aufgaben der Zollkontrolle, sondern war auch eng in die Grenzsicherung eingebunden.

Funktion und Aufgaben des Zolls

Der Zoll in Schnackenburg war primär für die Überwachung des Grenzverkehrs auf der Elbe zuständig. Die Elbe war ein wichtiger Verkehrsweg, auf dem Schiffe zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR verkehrten. Die Zollbeamten kontrollierten diese Schiffe, um die Einhaltung der Zollvorschriften sicherzustellen und Schmuggel zu verhindern. Darüber hinaus hatte der Zoll eine erweiterte Rolle in der Grenzüberwachung. Zusammen mit dem Bundesgrenzschutz überwachte er den Grenzverlauf und dokumentierte Fluchtversuche aus der DDR. Eine der schwierigen Aufgaben der Zollbeamten bestand darin, dass sie fliehenden Personen erst dann helfen durften, wenn diese die Grenze überschritten und die DDR verlassen hatten. Dies führte häufig zu emotional belastenden Situationen.

Schiffe im Schutzhafen 1973 (Quelle: Monika Schubert / Wendland-Archiv)
Am Ufer Zollboote, vorne Boot der Wasserschutzpolizei Hamburg 1967 (Quelle: Christoph Meyer/Wendland-Archiv)
Das Leben der Zollbeamten

Die Zollstation war nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern prägte auch das soziale Leben in Schnackenburg. Rund 40 bis 50 Zollbeamte und ihre Familien lebten in der Stadt, was zur wirtschaftlichen Stabilität beitrug. Die Beamten genossen ein vergleichsweise ruhiges Leben, da die Abfertigung von rund 20 Schiffen pro Tag überschaubar war. Dennoch gab es immer wieder Ausnahmesituationen, etwa bei Alarmmeldungen über das sogenannte „rote Telefon“, das eine direkte Verbindung zwischen den west- und ostdeutschen Grenzbehörden darstellte.

Herausforderungen und Belastungen

Die Arbeit des Zolls war oft von Unsicherheit und psychischem Druck geprägt. Einerseits war die Grenzregion ein potenzieller Fluchtpunkt für Menschen aus der DDR, andererseits mussten die Beamten mit den strikten Vorgaben der westdeutschen Behörden umgehen, die ihre Eingriffsmöglichkeiten einschränkten. Zudem war die Grenze auch ein symbolischer Ort der Systemkonfrontation während des Kalten Krieges.

Zollboot "Laase" 1959 (Quelle: Wendland-Archiv)
Grenzlandmuseum Schnackenburg
Nach der Wiedervereinigung

Mit der Wiedervereinigung Deutschlands endete die Zolltätigkeit in Schnackenburg. Die Zollstation wurde 1990 geschlossen, und viele Beamte verließen die Stadt. Die wirtschaftliche Bedeutung, die der Zoll für Schnackenburg hatte, ging damit verloren. Heute erinnert das Grenzlandmuseum an die Rolle des Zolls während der deutschen Teilung. Exponate wie Uniformen, Ausrüstungsgegenstände und Dokumente zeigen die vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen der Zollbeamten in dieser Zeit.