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Weitere Informationen gibt es beim Amt Lenzen, dem Betreiber der Fähre.
Kapern ist ein kleines Dorf mit besonderem historischem und kulturellem Reiz und entstand vermutlich um 1150 als Marschhufendorf, eine Siedlungsform zur optimalen Nutzung landwirtschaftlicher Flächen. Die erste urkundliche Erwähnung Kaperns datiert auf das Jahr 1356 unter dem Namen „dat Dorp tu kopern“.
Im Mittelalter wechselte Kapern mehrfach die Herrschaft. Nach 1356 gehörte das Dorf zum Besitz der Familie von Dannenberg, bevor es 1360 an den Johanniterorden überging. Später war es bis ins 17. Jahrhundert im Besitz der Familie von Bülow, bevor es 1694 an die Familie von Bernstorff fiel. Bis 1719 war Kapern Teil der Mark Brandenburg und kam dann durch eine Gebietsabtretung an das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg. Dies markierte den Beginn der langen Zugehörigkeit zum niedersächsischen Raum.
Die sozialen Strukturen des Dorfes waren stark von der Landwirtschaft geprägt. Anfangs bestand das Dorf aus rund 30 Hofstellen Im 17. Jahrhundert gab es eine klare Unterscheidung zwischen Ackerleuten, Kossäten (kleinere Bauern) und Brinksitzern, die auf kleinen Höfen lebten. Diese Struktur blieb bis ins 19. Jahrhundert erhalten. Während im 17. Jahrhundert die Felder noch in einem Rotationssystem bestellt wurden, das den Boden schonen sollte, führten die Verbesserungen in der Agrartechnik im 19. und 20. Jahrhundert zu einer intensiveren Nutzung der Ackerflächen. Im Jahr 1872 umfasste die Gemarkung Kapern etwa 633 Hektar, wobei ein Großteil der Fläche für Ackerbau, Wiesen und Weiden genutzt wurde. Im Jahr 1939 gab es in Kapern 150 landwirtschaftliche Betriebe.
Die Flurnutzung und die Rolle der Deiche spielten in Kapern schon immer eine wichtige Rolle. Holländisch-flämische und friesische Siedler brachten im Mittelalter erste Deichbau-Techniken in die Region, um die Flächen urbar zu machen. Im Laufe der Jahrhunderte wurden weitere Deiche gebaut und angepasst. Diese Maßnahmen waren notwendig, um die landwirtschaftliche Produktion zu sichern und das Dorf vor Überschwemmungen der Elbe zu bewahren. Dennoch war Kapern in den Jahren 1884 und 1886 von schweren Hochwassern betroffen. Nach der schwierigen Hochwassersituation 2002, als eine Evakuierung des Dorfes drohte, wurde der Deich entlang der Seegeniederung ausgebaut und 2008 eingeweiht.
Das Leben in Kapern ist geprägt von starkem Zusammenhalt und der Pflege lokaler Traditionen. Die neoromanische Kirche ist das Wahrzeichen des Dorfes. Vereine und freiwillige Organisationen wie die örtliche Feuerwehr spielen eine besondere Rolle im sozialen Gefüge des Dorfes. Kapern bietet mit seinen Veranstaltungen, seiner Lage inmitten des Biosphärenreservats Niedersächsische Elbtalaue und seiner reichen Geschichte nicht nur seinen Bewohnern, sondern auch Besuchern eine interessante Mischung aus Tradition und modernem Gemeinschaftsleben.
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