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Schon von weitem ist der hoch über den Dächern von Schnackenburg aufragende Turm der wahrscheinlich um 1200 erbauten St. Nicolai-Kirche zu erkennen. Die Kirche ist ein bemerkenswertes Bauwerk mit einer besonderen historischen Bedeutung für die Region. Die evangelisch-lutherische Kirche wurde im romanischen Stil erbaut und steht in der Mitte von Schnackenburg. Eine kleine Sensation ist der schwebende Taufengel.
Die Gründung der St.-Nicolai-Kirche könnte in Verbindung mit dem Kloster Arendsee stehen, das 1184 gegründet wurde. Diese Vermutung wird durch die Erwähnung des Zöllners Reynold von Schnackenburg als Wohltäter des Klosters unterstützt. Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche datiert aus dem Jahre 1284. Die Schutzherrschaft des Heiligen Nikolaus, des Schutzpatrons der Seefahrer und Kaufleute, unterstreicht Schnackenburgs Geschichte als Hafen- und Handelsstadt an der Elbe.
Die Kirche ist im romanischen Backsteinstil erbaut, was für norddeutsche Kirchen jener Zeit typisch ist. Besonders bemerkenswert ist, dass sie als einziges Gebäude bei mehreren Stadtbränden in Schnackenburg (1624, 1635, 1674 und 1728) auf Grund der soliden Steinbauweise unversehrt blieb. Der imposante Westturm, der ursprünglich als Wehrturm diente, erhielt 1750 eine neue Haube, und 1777 wurde an der Südseite ein sogenannter Brauteingang angebaut. Das Kirchenschiff ruht auf Fundamenten mit vermauerten Rundbögen. Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Kirchenfenster im Stil der damaligen Zeit angepasst.
Schwebender Taufengel
Das Innere der Kirche ist schlicht und doch besonders. Die hohen weißen Wände und Säulen kontrastieren mit goldverzierten Elementen an der Decke und am Altar, während die Bänke auffällig in Blau gestaltet sind. Die barocke Kanzel, der Altar und der schwebende Taufengel wurden 1727 von Schnackenburger Bürgern gestiftet. Der Taufengel erinnert an die Galionsfigur eines Schiffes. Die Holzmuschel mit Messingschale in den Händen des Engels nimmt das Taufwasser auf. Über eine Rollenvorrichtung in der Kirchendecke steigt zur Taufe der Taufengel herab. Diese Tradition verleiht der Taufzeremonie eine einzigartige Atmosphäre.
Orgel und Glocken
Auf der Westempore befindet sich die Orgel, die 1875 von dem Orgelbauer Rohlfing aus Osnabrück erbaut wurde. Ursprünglich verfügte die Kirche über sechs Glocken, doch nur drei von ihnen überstanden die beiden Weltkriege. Sie wurden zur Metallgewinnung für militärische Zwecke genutzt. 1964 besuchte Bundespräsident Heinrich Lübke die Stadt Schnackenburg und sagte zu, sich an der Finanzierung von drei neuen Glocken für die St.-Nicolai-Kirche zu beteiligen. Während seines Aufenthalts erfuhr er, dass früher die Bewohner der Elbdörfer auf der gegenüberliegenden Seite in der Neujahrsnacht häufig auf den Deich kamen, um das Läuten der Schnackenburger Glocken zu hören. Im Jahr 1965 ergänzte schließlich die Glockengießerei Rincker aus Hessen das Geläut um drei neue Glocken. Die älteste Glocke stammt aus der Zeit um 1350.
Turmuhr
Die Turmuhr ist von 1902 und wurde von dem Uhrenfabrikanten Carl Heuser jr. aus Elberfeld hergestellt.
Neben Gottesdiensten dient die St.-Nicolai-Kirche auch kulturellen Zwecken, wie z.B. als Spielort der jährlich im September stattfindenden Schubertiaden.
Weitere Informationen: Kirchspiel Elbe-Heide-Seege
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